Wie wir gut durch die Krise kommen Teil 2
24. November 2020

-Resilienz in Zeiten von Corona-

Teil 1

Im März habe ich zu einer Freundin gesagt, wie gut, dass uns dieses Virus, dieser Lockdown, im Frühling ereilt. Stell Dir mal vor, es wäre im November passiert……

Jetzt ist sie da, die dunkle, nasskalte Jahreszeit und wir sitzen im zweiten Lockdown.

Gräben ziehen sich durch Familien und Freundeskreise denn es wird heftig gestritten über Sinn und Unsinn der Maßnahmen, über ein gefühltes „zu wenig“ auf der einen und „zu viel“ auf der anderen Seite.

Das Thema ist allgegenwärtig und wurde nur durch die Wahl in Amerika kurzzeitig etwas verdrängt.

Wer möchte, kann sich 24 Stunden mit den neuesten Fallzahlen und Inzidenzen beschäftigen.

Eine gewisse Schwermut macht sich breit. Es reicht doch jetzt langsam mit der sozialen Isolation. Man möchte doch so gerne mal wieder Freunde treffen und in den Arm nehmen, tanzen gehen, die Familie treffen oder ein Fest feiern.

Was können wir also tun, um möglichst gut durch diese Zeit zu kommen?

Der für mich wichtigste Faktor ist die Akzeptanz. Ich kann es blöd finden, ich kann mich ärgern, ich kann andere herabsetzen und ihnen wahlweise Unvernunft oder Übertreibung unterstellen, es ändert nur rein gar nichts an der Tatsache der weltweiten Pandemie und der gesetzten Maßnahmen zu Ihrer Eindämmung.

Mich aufzulehnen gegen Dinge, die ich nicht verändern kann, kostet eine ungeheure Energie und Kraft und führt ins Nichts. Ständig müssen dann Belege gesucht werden, wieso meine Meinung richtig und die der anderen falsch ist, denn bei all dem Aufwand brauchen wir doch zumindest die Bestätigung, dass wir „richtig liegen“.

Nur ändern, ändern tut sich nichts dadurch.

Ich erlebe in diesen Zeiten auch einige meiner Klienten, die froh sind um diese faktische Entschleunigung. Man muss sich keine Entschuldigungen ausdenken, warum man sich gerade lieber mal mehr auf sich selbst konzentrieren möchte, statt „im Außen“ zu sein, in der Ablenkung.

Ein Annehmen der Situation und die Integration in meinen Alltag gibt mir inneren Frieden zurück und nimmt Stress.

Ich kann nicht ausgehen. Was kann ich denn „stattdessen“ tun?

Was bietet mir die Situation an Möglichkeiten, die ich vielleicht im Hamsterrad unserer schnelllebigen Zeit ansonsten nicht hatte?

Ich atme dann tief durch und sage mir, ja, so ist das jetzt gerade.

Bleiben Sie gesund und resilient.

Ihre Regina Junge

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